Das Colosseum in Wilster ist so vielfältig wie die Menschen in unserer Region.
Das historische Gebäude im Stadtkern wurde hauptsächlich als Tanzsaal genutzt. Auch heute werden hier noch viele Tanzveranstaltungen, wie z.B. verschiedene Discoveranstaltungen und Oldie-Nights veranstaltet.
Aber auch für Firmenevents, Hochzeiten, Versammlungen, Tagungen und vieles mehr wird der größte Saal Kreis Steinburgs genutzt.
Seit 1990 betreiben Martina und Michael Mehrens erfolgreich das Colosseum und seitdem ist es zum Treffpunkt für Viele geworden.
Historisches
Das Colosseum befindet sich im heutigen Stadtbild auf einer Freifläche nördlich des alten Siedlungskerns von Wilster. Im Zuge der Entwicklung, seit der ersten Ansiedlung ca. 1150 um den heutigen Kirchenstandort herum, dehnte sich Wilster vornehmlich nach Süden hin aus. Der alte Burggraben, der schon die erste Ansiedlung umschloss, war lange Zeit bis ins 19. Jahrhundert hinein, die nördliche Stadtgrenze.
Entlang der Au-Schleife nach Westen und Osten hin, wie auch nach Süden, wuchs die Stadt Wilster (seit 1282) immer weiter über die alten Grenzen hinaus.
Nach Norden hin ist alleine an der heutigen Zingelstrasse eine über den Burggraben hinausreichende Bebauung festzustellen. Östlich hiervon verzeichnet die Karte von 1775 eine ornamental angelegte Gartenanlage, an deren Standort die heutige Freifläche um das Colosseum herum zu finden ist.
Diese Gartenanlage gehörte damals zu dem Besitz des Etatsrats Michaelsen, dessen Familie im 18. Jahrhundert in Wilster zu den reichsten der Region zählte. Sein Wohnhaus war um 1775 am Kirchplatz im spätbarocken Stil gebaut worden. Der dazugehörige Garten reichte bis an den Burggraben heran. Über diese Grenze hinaus ließ er einen Ost-West ausgerichteten Lustgarten im französischem Gartenbaustil der damaligen Zeit errichten. In diesem Garten entsteht ca. 1780, angeblich aus den Materialresten des Kirchbaus (1775 – 1780 von Sonin) ein Gartenpavillon als Zentrum der Gartenanlage.
Dieser Gartenpavillon ist der heute sogenannte „Trichter". Er gelang 1814 mit dem Haupthaus am Markt und dem Garten in den Besitz der Stadt. Das Haupthaus wird 1826 abgerissen, mangels Nutzung, und der daraus entstanden Baufälligkeit.
Die Gartenanlage und der Pavillon wird von der Stadt 1814 erstmals als öffentlich zugängliche Wirtschaft und Vergnügungsstätte verpachtet. Die verschiedenen Pächter gestalten im Laufe der Jahre die Gartenanlage immer mehr um. Im Jahr 1840 verzeichnet die Karte noch die Reste der ehemals aufwendigen Gartengestaltung. Das gesamte Gelände umfassende Lindealleen, der Burggraben und der Pavillon mit einem nach Osten hin gelegenen Tanzsaal, bestimmen den Charakter des Geländes.
Im 19. Jahrhundert, bis zur Jahrhundertwende, ist der ehemalige Garten, ein öffentlicher Park mit Wirtschaftslokal, der dicht am Stadtkern eine für die Zeit typische Erholungs- und Vergnügungsstätte darstellt.
Im Jahre 1908 und 1909 wird an der Stelle des achteckigen Tanzsaals ein großer Saal mit Wintergartenanbau gebaut. Dieser Bau ist das heutige „Colosseum".
Das ehemalige Michaelsen`sche Gartenhaus und der Tanzsaal sind bis heute, von der Stadt Wilster verpachtet, als Vergnügungsstätte genutzt worden. Das „Colosseum" stellt heute einen historischen, sehr original erhaltenen Tanzsaal dar, der an einer Stelle in Wilster liegt, die seit 1775 als Lustgarten und Parkanlage Tradition hat.
Aus dieser Sicht sind die Gebäude unverzichtbarer Bestandteil des Wilsterschen Stadtbilds und Stadtlebens. Die historische Ausstrahlung des Gebäudekomplexes zeigt sich am deutlichsten im Inneren der Gebäude, wo die unveränderten historischen Details wirksam werden.
Das Colosseum in Wilster ist seit 1990 an Martina & Michael Mehrens verpachtet und seitdem zu einem Treffpunkt für Viele geworden.